Olodum – Bloco Afro // Brasilien

Olodum, deren Name aus der Yorubá-Kultur stammt und den allmächtigen Gott bezeichnet “Olodumaré“. Diese Gruppe ist eine internationale, mit Beifall begrüsste kulturelle Afro-Brasilianische Gruppe, und wurde im Jahre 1979 als Bloco Afro gegründet. Sie hat sich aktiv gegen Rassismus und sozio-ökonomische Verschieden- heiten eingesetzt. 1980 war Olodums erster Karnevalsauftritt und zog 800 Bewohner auf die Strassen. 1984 wurde ein dokumentarischer Film “Carnival Bahia” gedreht. In diesem Film wird die Chronologie der Gruppe und ihre jahrelangen Vorbereitungen für die Parade dargestellt. Im nächsten Jahr zeichnete die Gruppe bereits über 4.000 aktive Teilnehmer. Die alljährlichen Karnevalsthemen werden aus der “schwarzen Energie” und der sozialistischen Bewegungen in Afrika und der afrikanischen Diaspora ausgerichtet. Somit wurden die musikalischen Wurzeln durch Olodum in den achtziger Jahre wiederhergestellt. Der Schlagzeuger “Mestre Neguinho” experimentierte mit Afro-Karibischen Rhythmen und vermischte diese mit brasilianischem Samba. Er teilte die grossen Basstrommeln in vier Blöcke und das Resultat war eine neue Art der Musik. Sie gaben ihm den Namen “Sambareggae”, der sehr schnell den Karneval beherrschte. In den späten 80er bildete die Gruppe eine professionelle musikalische Band mit 10 Musikern. Ihren Rhythmus benutzen viele Stars wie Paul Simon bis zu David Byrne. Michael Jackson nahm mit den Trommlern ein Benefiz-Stück auf. Olodum ist nun mehr als eine Musikgruppe. Während der Karnevalszeit führt die Gruppe mit ca. zweihundert Schlagzeugern, Sängern und Tausenden von Kostüme vor. Die Unternehmungen Olodums gehen heute weit über die einer Karnevalsgruppe hinaus und machen ihren politischen Anspruch deutlich. “Eines unserer ersten Anliegen war es, die Kinder von der Strasse zu holen und in kulturelle Aktivitäten einzubinden, die zur Ausbildung eines schwarzen, eines politischen Bewusstseins beitragen können” erklärt João Jorge, Präsident der Grupo Cultural Olodum. Das ganze Jahr über lernen die Kinder in der Escola Criativa trommeln, tanzen und singen, spielen Theater. Sie fabrizieren Masken und lernen jene schwarze Geschichte Brasiliens kennen, die nicht in ihren Schulbüchern steht. Olodum gründet eine Fabrik, in der sie Trommeln, Kostüme und andere Einzelteile produzieren, die an die Öffentlichkeit verkauft werden. In dieser Fabrik, genannte “Produktionsstätte” für Karnevalskostümen und T-Shirts, sind hauptsächlich Bewohner aus dem Viertel Maciel “Pelourinho“ beschäftigt. In Europa gelten sie inzwischen als eine der meistgehörten brasilianischen Bands.











