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Maracatú // Brasilien

Submitted by on 3. September 2009 – 17:00 | No Comment

Der Maracatú ist ein brasilianischer Musikstil aus Pernambuco. Er geht auf traditionelle afrikanische Musikformen zurück und fand durch die afro-brasilianischen Sklaven Verbreitung. Durch diese Tradition ist er dem Samba verwandt. In den Städten Recife und Olinda, im Herzen des Bundesstaates Pernambuco, entwickelte sich der Maracatu aus der Musik und der Tradition der aus Afrika stammenden Sklaven. Erste Verbreitung fand er im Bundesstaat Bahia, dessen afrikanische Wurzeln heute noch verglichen mit dem Rest von Brasilien am sichtbarsten sind. Vom Hafen Porto Novo aus, exportierten die Portugiesen aus dem Königreich Dahomey mit der Hauptstadt Abomey (heute Benin) Angehörige der Stämme der Fon, Nagô, Yoruba, Adja, Ewe und Mina. Mit den Sklaven kamen auch die Orisha-Kulte der Yoruba nach Südamerika. Gemischt mit den Religionen der Stämme aus Zentralafrika entwickelte sich der Cadomblé. Deswegen hat der Maracatu enge Verbindungen mit der afro-brasilianischen Religion “Candomblé“, dem brasilianischen Pendant zum Voodoo, und dessen Musik. Die meisten Gesänge und Gebete werden sowohl im Candomblé, als auch im haitianische Voodoo und in der kubanischen Santeria in Yoruba, Nago oder Goun, einer weiteren Ost-afrikanischen Sprache, überliefert. Für die Portugiesen war “Kongo” eine Sammelbezeichnung. Der Maracatu ist eng mit dem Karneval verknüpft, ein Beispiel hierfür ist der Tanz “Bumba-meu-boi im Landesinneren Pernambucos. In dieser Zeit war den Sklaven erlaubt, ihre Traditionen und Religion öffentlich zu leben, hier wurde nun eine Krönungszeremonie ihres Königs und der Königin zelebriert. Mit den abgelegten barocken Kleidern der Portugiesen wurde die Teilnehmer des Umzuges ausstaffiert. König und Königin werden von ihrem Hofstaat begleitet: Grafen, Baronen, Herzogen, Botschaftern, ihren Damen, Standartenträgern, Schirmträgern, Lanzenträgern, Trommlern und Sängern und den Hofdamen. Die Dama-de-paço, die oberste Hofdame, trägt während des Umzugs eine Puppe, die calunga genannt wird. Die Puppe symbolisiert die Ahnen, die verstorbenen Königinnen. Seit dem 17.Jh. wird der Maracatu in der heutigen Form gespielt: Die Gongue (Glocke) gibt den Ton an, die Caixas (Marschtrommeln) bilden den Rhythmusteppich zusammen mit den Ganzas (Shaker) und die Alfaias, die tiefen Holztrommeln, spielen die verschiedensten Toques (Rhythmusvariationen). Maracatu ist nicht nur eine Gattungsbezeichnung für diese Art Musik, gleichzeitig nennt sich die soziale Gruppe der Musiker und Tänzer mit ihrer Königin “Maracatu“. Die traditionellen Gruppen, deren Königin im Candomblé geweiht ist und die Traditionen weitergibt, nennen sich zusätzlich Nação, z. B. Maracatu Nacao Estrela Estrela Brilhante, Maracatu Nacao Leao Corroado. Die älteste noch existierende Gruppe, Maracatu Nacao Elefante, wurde vor mehr als hundert Jahren in Recife gegründet. Diese Gruppen spielen den Maracatu de baque virado, den Maracatu mit dem gedrehten Schlag. Vor etwa 50 Jahren hat sich eine neue Art Maracatu entwickelt, die heute vor allem im Interior, dem Landesinneren gespielt wird. Diese heißt Maracatu rural, ländlicher Maracatu. In dieser Besetzung tragen die Musiker bis 40 kg schwere Kostüme mit Glocken am Rücken und pailletenbestickte Umhänge. Gesang ist ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt beim Maracatu. Der mestre, der Leiter, fungiert als Vorsänger, dem ein Chor antwortet. Im Maracatu Rural wird abwechselnd gesungen und getrommelt, beim Maracatu de baque virado beginnt der Vorsänger mit einer bis zwei Strophen, dann setzen die Trommeln ein. Die traditionellen Lieder besingen die eigene Herkunft aus Afrika, die Ahnen, die Königinnen, aber auch die noch immer vorhandene soziale Ungleichheit. In Deutschland gibt es einige Gruppen, wie z.B. Baque Forte aus Berlin und auf my space gibt es ein Maracatú-Treffen!



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