Danzón // Kuba
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Kuba das Zentrum lateinamerikanischer Musik und wichtigster musikalischer Impulsgeber für alle an die Karibik angrenzenden Länder, ins- besondere für Mexiko und die USA. Kuba war das bevorzugte Urlaubs- und Freizeitparadies der US-Amerikaner – es gab einen regen musikalischen Austausch und musikalische Neuerungen fanden schnell Eingang in den US-amerikanischen Musikmarkt. Anfang des Jahrhunderts gelangte der Danzón von Kuba nach Mexiko und etablierte sich dort ab den 20er-Jahren zunehmend in Mexiko-Stadt und Veracruz. Genauso wie der Habanera, stammt auch der Danzón vom Contradanza und vom Danza Criolla, dem kreolischen Tanz. Er ist im 2/4-Takt geschrieben und orientiert sich am Cinquillo, einem Rhythmus dominikanischen Ursprungs. Der Cinquillo besteht aus fünf Noten, die auf nur vier Schläge verteilt werden. Der Danzón ist langsamer und rhythmischer als der Contradanza, die Partner tanzen umschlungen und sind ständig in Kontakt. Dabei bewegen sie sich kaum vom Fleck, die Pose ist der des Tangos sehr ähnlich, die Partner halten allerdings ständig Augenkontakt. Der Danzón besteht aus einer achttaktigen Einleitung, die wiederholt wird, so dass insgesamt sechzehn Takte vor dem sogenannten “Klarinetten-Part” stehen. Dann wird die Einleitung ein weiteres Mal wiederholt, dient diesmal allerdings als Brücke zum “Blech-Part“. Er wird von einem Blechblasorchester, der Charanga in dem auch eine Geige zum Einsatz kommt, gespielt. Die Motive werden länger, so dass das Stück an dieser Stelle langsamer wird.
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